Die Nurzais leben seit drei Jahren in Zwickau. Nun wurde der Asylantrag der Mutter von drei Kindern abgelehnt, obwohl ihr Mann einen Job gefunden hat. Ein Chemnitzer Anwalt sieht jedoch eine Chance, dass sie bleiben kann.
Von Tanja GoldbecherWilkau-Haßlau. Die Familie Nurzai lebt seit drei Jahren in Zwickau. Die zwei Söhne und die kleine Tochter sind 13, elf und ein Jahr alt. Der Vater Taghi Nurzai sagt, dass sie vor den Taliban aus Afghanistan fliehen mussten. Als das Fluchtboot in der Ägäis kenterte, sei ein zweijähriges Kind der Familie ertrunken - ein Mädchen. Doch in den letzten Wochen schien sich das Schicksal zum Besseren zu wenden. Taghi hatte in Wilkau-Haßlau eine Arbeit gefunden. Einen Strich durch die Rechnung macht ihm nun eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Es hat den Asylantrag seiner Frau Fahima Nurzai am 20. Februar abgelehnt. Ihr wurden vier Wochen Zeit gegeben, um auszureisen. Warum die Frau nicht bleiben darf, darüber gab die Behörde der "Freien Presse" keine Auskunft.
"Höflich, pünktlich und lernwillig", so beschreibt Holger Liebelt seinen neuen Mitarbeiter - Eigenschaften, die er bei deutschen Bewerbern zum Teil vergeblich suchte. Taghi Nurzai arbeitet seit diesem Jahr für die Firma Liebelt Haustechnik in Wilkau-Haßlau. In einem sechswöchigen Praktikum lernte der Afghane zunächst die Arbeitsabläufe im Lager der Firma kennen. Seit diesem Monat hat ihn der Unternehmer fest angestellt. Dem Familienvater ist es allerdings vorläufig nur gestattet, bis Juni in Deutschland zu bleiben.